Petra Miescher tritt per sofort zurück, © ZVG Gemeinde Vaduz
Petra Miescher. ZVG Gemeinde Vaduz
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Petra Miescher tritt per sofort zurück

Bürgermeisterin Petra Miescher tritt zurück. Sie wird ihr Amt per sofort niederlegen.

24.05.2024

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In ihrem Rücktrittsschreiben an die Gemeinde Vaduz erklärt sie, dass der Rücktritt infolge ihres Gesundheitszustands erfolgt. Die Gemeinde Vaduz bedankt sich herzlich für ihr Engagement und die kollegiale und offene Zusammenarbeit. Der Gemeinderat und alle Mitarbeiter wünschen ihr von Herzen gute Genesung und alles Gute, schreibt die Gemeinde Vaduz.

Das persönliche Statement von Bürgermeisterin Petra Miescher:

„Nach reiflicher Überlegung und schweren Herzens habe ich mich dazu entschieden, vom Bürgermeisteramt zurückzutreten. Mit viel Freude, Elan und Demut habe ich das Amt der Bürgermeisterin im Mai 2023 angetreten. Zur Seite standen mir engagierte, kompetente Gemeinderätinnen und Gemeinderäte und erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung.

Im Dezember erlitt ich einen unerwarteten und mir bis dahin unbekannten Verlust meiner körperlichen und mentalen Energie. Daraufhin musste ich mich in den Krankenstand und in ärztliche Behandlung begeben. Mein Ziel war der Wiedereinstieg ins Amt, den ich ab April in einer 50 Prozent-Tätigkeit anging. Ich fühlte mich damals genügend erholt, um bei einem Teilzeiteinstieg meine Energie weiter aufzubauen.

Leider erfuhr ich aber eine zunehmende Verschlechterung meines Zustands. Ich musste erkennen, dass ein Genesungsprozess in Kombination mit der Wahrnehmung der Amtsgeschäfte auch bei einem reduzierten Pensum nicht möglich ist. Ich befinde mich nun wieder im Krankenstand und werde mich jetzt voll und ganz meiner Genesung widmen, welche Zeit benötigen wird. In Wahrnehmung meiner Verantwortung für die Gemeinde Vaduz und im Bewusstsein, dass die wichtigen Geschäfte einer Mandatsperiode nicht durch meinen unsicheren gesundheitlichen Zustand blockiert werden sollen, habe ich daher nach reiflicher Überlegung meine Entscheidung getroffen.

Die Gemeinde Vaduz kann damit hoffentlich bald unter der Führung einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers die anstehenden wichtigen Projekte weiterführen. Ich wollte unser schönes Vaduz weiterentwickeln, aber es kam anders – es soll nicht so sein und das tut mir weh.

Ich werde die Arbeit an den Projekten und die Menschen, die sich gemeinsam mit mir dafür eingesetzt haben, sehr vermissen. Ich werde auch den grossen Zuspruch und die Unterstützung aus der Bevölkerung vermissen. Meine Tür war für alle Einwohnerinnen und Einwohner und alle Mitarbeitenden offen. Es war mir wichtig, mein Amt mit Professionalität und Menschlichkeit auszuüben. Gerade deshalb waren mir der Dialog mit den unterschiedlichsten Anspruchsgruppen und das Finden von tragbaren Lösungen für die Gemeinschaft stets ein grosses Anliegen.

Nun bleibt mir nur noch Danke zu sagen. Danke an die Einwohnerinnen und Einwohner von Vaduz für die schönen Begegnungen, die guten Gespräche und die grosse Unterstützung und danke allen, die mich auf diesem Weg begleitet haben. Ein besonderer Dank geht an Vizebürgermeister Florian Meier. Er hat meine Stellvertretung umgehend und umsichtig wahrgenommen.

In meiner ganzen Zeit als Bürgermeisterin und schon als Gemeinderätin durfte ich eine konstruktive und stets kollegiale Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat erleben. Es wurde immer Politik im Sinne der Sache betrieben. Meinungsverschiedenheiten konnten wir für Vaduz sachlich und wertschätzend lösen. Ich möchte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung danken. Sie alle haben mich unterstützt, wo immer es möglich war. Ich habe das nie als selbstverständlich erachtet, denn sie hatten stets Verständnis für meine Situation und waren für mich da.

Meiner Partei gehört ebenfalls ein grosser Dank. All die Jahre durfte ich auf den Rückhalt der VU zählen, auch jetzt in einer Situation, die alles andere als einfach ist. Und natürlich möchte ich meinem Mann und meinen Kindern für ihre bedingungslose Unterstützung danken. Sie tragen meine Entscheidung mit und geben mir Rückhalt. Ich wünsche uns allen, dass für meinen Ersatz schnell eine gute Lösung gefunden wird und wünsche allen von Herzen alles Gute.“

Dank aus der Partei
Die Vaterländische Union und die VU-Ortsgruppe Vaduz nehmen mit Bedauernden Rücktritt von Petra Miescher als Bürgermeisterin von Vaduz zur Kenntnis. Ihre Genesung habe oberste Priorität, heisst es in einer Mitteilung der VU. Ein Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen erfordere Mut und die Entscheidung sei ein Zeichen der Stärke. Die Partei sei stolz auf Miescher. 

Nachfolge unbekannt
Nach dem Rücktritt von Petra Miescher ist unklar, wie es in der Gemeinde weitergeht. Das Gemeindegesetz kennt keine Formel, wie diese Situation gelöst wird. Die VU werde deshalb versuchen, eine Lösung zu finden und Gespräche auf Gemeindeebene und mit der Regierung suchen. Es müsse eine gesetzliche Grundlage für solche Fälle ausgearbeitet werden, so die Partei weiter.